Johann Galtung und der Frieden

Johan Galtung wurde im Jahr 1930 in Norwegen geboren und gilt als der
Begründer der akademischen Disziplin der Friedensforschung. 1959
gründete er mit dem International Peace Research Institute in Oslo das
erste Friedensforschungsinstitut Europas. Der promovierte Mathematiker
und Soziologe lehrte an über 30 Universitäten weltweit, darunter auch
Princeton sowie an zahlreichen Universitäten im deutschsprachigen Raum. Neben seinen langjährigen Tätigkeiten für verschiedene UNOrganisationen trat er, insbesondere durch die Veröffentlichung von weit über 100 interdisziplinären Büchern und mehr als 1000 Artikeln, für die Verbreitung der Friedensforschung im akademischen und öffentlichen Raum ein. Sein Schwerpunkt liegt hierbei auf den notwendigen und hinreichenden Bedingungen für Frieden.

Auf der Webseite des Galtung-Instituts ist zu lesen:

https://www.galtung-institut.de/de/home/johan-galtung/
Wir sind ein Netzwerk für Frieden, Entwicklung und Umwelt. Unser Ziel ist es, durch konkretes Handeln, Bildung und Weiterbildung, Wissensverbreitung und Forschung zu einer friedlicheren Welt beizutragen.

TRANSCEND hat die Mission:
Eine friedlichere Welt zu fördern, indem Konflikte durch Handeln, Bildung und Training, Verbreitung von Wissen und Forschung gewaltfrei, mit Empathie und Kreativität transformiert werden, sodass tragfähige und nachhaltige Ergebnisse entstehen.

  • Unter Frieden verstehen wir die Fähigkeit, Konflikte mit Empathie, ohne Gewalt und auf kreative Weise zu transformieren. Das ist ein nie abgeschlossener Prozess.
  • Unter Konflikte transformieren verstehen wir, die beteiligten Parteien dazu zu befähigen, auf eigenständige, annehmbare und nachhaltige Weise weiterzugehen.
  • Unter ohne Gewalt verstehen wir, dass dieser Prozess jede kulturelle Gewalt vermeiden soll, die direkte oder strukturelle Gewalt rechtfertigt.
  • Unter mit Empathie verstehen wir die Fähigkeit, den Konflikt auch so zu verstehen, wie die beteiligten Parteien ihn selbst verstehen.
  • Unter kreativ verstehen wir, die Energie des Konflikts in neue Wirklichkeiten zu lenken, die den Beteiligten gerecht werden und grundlegende menschliche Bedürfnisse erfüllen.

THEORIE

  • Gewalt: Verletzung grundlegender Bedürfnisse durch absichtsvolles Handeln von Akteuren oder durch wirksame Strukturen
  • Grundlegende menschliche Bedürfnisse: Überleben, Wohlergehen, Freiheit, Möglichkeiten, Identität, Sinn
  • Frieden:
    • Negativ: Keine gewaltsamen Beziehungen
    • Positiv: Beziehungen, die von Gerechtigkeit und Empathie geprägt sind
  • Entwicklung: Verringerung von Ungleichheit, indem die Benachteiligten gestärkt werden
  • Umwelt: Mehr Vielfalt und mehr Symbiose ermöglichen

PRAXIS

  • Frieden: Zugrunde liegende Konflikte lösen, zugrunde liegende Traumata versöhnen
  • Entwicklung: Genossenschaften aufbauen, ein garantiertes Grundeinkommen schaffen
  • Umwelt: Weniger Ausbeutung und Verschmutzung, mehr Vielfalt und Symbiose

Diese Verbindung von Theorie und Praxis setzt Einsicht in Tiefenkultur, Tiefenstruktur und tiefe Natur voraus.

TRANSCEND INTERNATIONAL wurde im August 1993 von Johan Galtung und Fumiko Nishimura als Organisation für Konfliktmediation gegründet. Dietrich Fischer, der frühere Leiter des TRANSCEND University Press, kam kurz darauf hinzu. Im Juni 1995 luden Dietrich Fischer und Johan Galtung elf weitere Personen ein. Inzwischen hat TRANSCEND mehr als 400 wissenschaftlich-praktisch tätige Mitglieder aus über 60 Ländern.

Für weitere Einzelheiten lesen Sie bitte „A brief history of TRANSCEND“ von Dietrich Fischer.

TRANSCEND International ist ein zeitgemäßes Experiment, Frieden mit friedlichen Mitteln weltweit zu fördern. Traditionell waren Institute um ein Gebäude zentriert, in dem sich die zusammenarbeitenden Menschen regelmäßig persönlich trafen. Da viele Menschen, die das gemeinsame Anliegen teilen, Konflikte gewaltfrei und kreativ zu transformieren, geografisch weit verstreut sind und meist nicht physisch zusammenkommen können, bestand unsere Lösung darin, ein elektronisches Netzwerk von Mitgliedern aufzubauen. Dieses hat nicht nur unseren CO₂-Fußabdruck verringert und dazu beigetragen, die globale Erwärmung abzumildern, sondern es hat TRANSCEND INTERNATIONAL auch ermöglicht, eigenständig arbeitende Personen sowie akademische und Forschungszentren aus der ganzen Welt miteinander zu verbinden. Im Mittelpunkt stehen dabei Frieden mit friedlichen Mitteln, Entwicklung mit entwicklungsfördernden Mitteln und Umwelt mit ökologisch stimmigen Mitteln.

Konkret praktiziert TRANSCEND weltweit Mediation und Friedensaufbau, mit Handbüchern, einem Verhaltenskodex und Perspektiven, die Diagnose, Prognose und Therapie für Konflikte anbieten. Siehe dazu: 50 Years – 100 Peace & Conflict Perspectives, TRANSCEND University Press, 2008.

Unsere Missionserklärung benennt vier Säulen, auf denen unsere fortlaufende Arbeit für eine friedlichere Welt aufbaut:
1. Handeln, 2. Bildung/Training, 3. Verbreitung, 4. Forschung.

  • TRANSCEND Peace University – TPU (www.transcend.org/tpu), für staatliche und nichtstaatliche Praktikerinnen und Praktiker sowie Studierende aller Ebenen, mit 12-wöchigen Online-Kursen in zwei Semestern pro Jahr sowie intensiven TPU-Trainingsprogrammen vor Ort an mehreren Standorten weltweit;
  • TRANSCEND University Press – TUP (www.transcend.org/tup), die hochwertige Bücher und Lehrbücher über Frieden mit friedlichen Mitteln, Entwicklung mit entwicklungsfördernden Mitteln und Umwelt mit umweltgerechten Mitteln veröffentlicht;
  • TRANSCEND Research Institute – TRI (www.transcend.org/tri), das Forschungsarbeiten und Broschüren zum kostenlosen Download veröffentlicht;
  • TRANSCEND Peace Service – TPS, der Mediations-, Vermittlungs- und Friedensaufbaudienste durch TRANSCEND-Mitglieder anbietet und für alle Menschen weltweit offen ist, die mit Konflikt- und Friedensfragen befasst sind oder entsprechende Erfahrungen haben;
  • TRANSCEND Media Service – TMS (www.transcend.org/tms), eine Ressource für Friedensjournalismus für Journalistinnen und Journalisten, Medienschaffende, Studierende und die interessierte Internetöffentlichkeit.

Auf dieser Grundlage bemühen sich unsere Mitglieder, Konflikte mit konstruktiver Empathie, konkreten gewaltfreien Mitteln und Kreativität so zu bearbeiten, dass für alle Seiten vorteilhafte Ergebnisse entstehen. [Weitere Einzelheiten finden sich in unserem Verhaltenskodex.] Auch wenn TRANSCEND für jede dieser vier Säulen eine eigene zuständige Einrichtung hat, liegt der Grundstein unserer täglichen Arbeit im fortwährenden Zusammenspiel dieser Einrichtungen.

EINE ALLGEMEINE PHILOSOPHIE LIEGT UNSEREN 13 PROGRAMMEN ZUGRUNDE:

  1. Friedliche Konflikttransformation
  2. Friedensaufbau
  3. Gewaltfreiheit
  4. Versöhnung
  5. Friedensbildung
  6. Friedensjournalismus
  7. Friedenswirtschaft
  8. Friedenssysteme
  9. Frieden und Geschlecht
  10. Frieden und die Künste
  11. Friedliche Außenpolitik
  12. Friedensabteilungen/Friedensministerien
  13. UN-Volksversammlung

Vorstand von TRANSCEND International – Exekutivkomitee
(alle in alphabetischer Reihenfolge):

Innerer Kreis:

  • Antonio C. S. Rosa, Herausgeber des TRANSCEND Media Service
  • Erika Degortes, Leiterin der TRANSCEND Peace University (und für Südeuropa)
  • Johan Galtung, Leiter des TRANSCEND University Press, Rektor der TRANSCEND Peace University
  • Malvin Gattinger, Leiter von TRANSCEND digital, Webmaster
  • Naakow Grant-Hayford, Leiter des G-I Galtung Institut Systems (auf Deutsch)

Äußerer Kreis:

  • Fernando Montiel T., für gerichtliche Mediation (und für Lateinamerika)
  • Kyoko Okumoto, für Versöhnung (und für Ostasien)
  • Marilyn Langlois und Diane Perlman, für Mediation (und für Nordamerika, West und Ost)
  • SP Udayakumar, für gewaltfreie Aktion (und für Südasien)
  • Synove Faldalen, für Sabona (und für Nordeuropa)

(Die Seite hab ich gefunden, weil Marietta Ullmann in ihrem podcast Johann Galtung zitiert hat. Herzlichen Dank dafür!)


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