Mykorrhiza – Netzwerken konkret

Macht exklusives Frauen-Netzwerken Sinn?

Ich meine: Ja, natürlich! Netzwerken ist immer bedürfnisorientiert – und wir Frauen haben natürlich ureigene Frauen-Bedürfnisse – die in unserer Körperlichkeit begründet sind. Und da ist natürlich noch viel mehr.

Und dann ist da noch mein Lieblingswort: Das Eine tun und das andere nicht lassen. Netzwerken mit Männern? Ja – macht natürlich auch Spaß!

Wie geht Netzwerken konkret?

Für die nährende Verbundenheit zwischen Organismen finden sich in der Natur zahlreiche Beispiele.

Pilze
Pilz-Myzele (Mykorrhizen) verbinden sich in der Humusschicht, im Verborgenen miteinander und mit den Wurzeln von Bäumen und anderen Pflanzen. So werden Nährstoffe, Wasser und sogar Warnsignale über Kilometer weitergegeben.

Bestäubernetzwerke
Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten verbinden sich mit Blütenpflanzen. Die Tiere erhalten Nahrung, die Pflanzen werden bestäubt. Ein fein abgestimmtes Miteinander im Unterstützen und Nähren. Manche Pflanzen schicken ihre Pollen mit dem Wind an weiter entfernte Orte – ganz im Vertrauen, dass sie ihr Ziel und dort eine geeignete Umgebung finden.

Nahrungsnetze in einem Ökosystem
In einer konkreten Umgebung, zum Beispiel in einem See, Wald oder auf einer Wiese, bilde Pflanzen, pflanzenfressende Tiere, Raubtiere, Mikroorganismen und Zersetzer ein ganzheitliches System. Sie kooperieren, indem sie unterschiediche ökologische Nischen nutzen. Sie ergänzen und unterstützen sich. Fällt ein Teil aus, verän-dert sich das Ganze und stabiliert sich neu.

Was können wir daraus lernen –
Wie geht nährendes Netzwerken?

Vielfalt macht ein Netzwerk stark. In der Natur arbeiten nie ausschließlich gleichartige Wesen zusammen. In einem gesunden Ökosystem erfüllt jedes Lebewesen seine ureigene Rolle.
Für Menschen heißt das: Gute Netzwerke brauchen unterschiedliche Fähigkeiten,Persönlichkeiten, Erfahrungen und Sichtweisen.
Vielfalt trägt Früchte, wenn wir konkrete, vertraute (Ver-)Bindungen pflegen und sich der Austausch von Mitglied zu Mitglied entwickelt.


Netzwerke erfüllen existenzielle Bedürfnisse. Jedes Wesen lebt ganz bei sich und seinem Daseins-Sinn. In der Kooperation entsteht daraus etwas Neues: Befruchtung – und das Reifen von Früchten – was alleine gar nicht möglich wäre.
Netzwerke arbeiten oft im Verborgenen. Tief eingebettet in die Humusschicht der Erde kooperieren die Pilzmyzele miteinander und mit anderen Pflanzen.
Und was Schönes daraus entsteht, können wir im Herbst im Wald ernten: leckere Pilze, die oft in großen Kreisen wachsen, den „Hexenringen“.

Viele Verbindungpunkte tragen sicher. Dauerhaft nährend wird ein Netzwerk durch viele, gut gepflegte Verbindungen.
Netzwerke sind stabiler, wenn sie von einer Gruppe getragen werden. So bleibt das Netz als Ganzes in der Welt. Jede*r Beteiligte ist wichtig, das Netzwerk als solches erfüllt aber unabhängig von einzelnen Personen seinen Sinn.

Zyklisch – spiraliges Netzwerken

Wir Frauen sind aus unserer Körperlichkeit heraus erfahrene, zyklische Wesen. Von der Menarche bis zur Menopause erleben wir dies – wenn alles gut geht – ganz konkret in wiederkehrenden Perioden. Zeitlich in gleichem Rhythmus schwingt der Mond mit seinen Phasen – Neumond, zunehmende Sichel, Vollmond und abnehmende Sichel – in 13 Runden ums Sonnenjahr. Vermutlich hat sich dieses Erfahrungs-Wissen seit Beginn des Mensch-Seins in uns eingeprägt. Da liegt es nahe, auch beim Netzwerken zyklisch zu agieren.

Mögliche zyklische Vorgehensweisen sind beispielsweise:

  • Regelmäßige Retreats. Wir kommen zusammen, um gemeinsam „in uns zu gehen“ und die Gemeinschaft zu pflegen. Wir hören einander zu. Auch Netzwerke brauchen Ruhezeiten. Pausen schaffen Bodenfruchtbarkeit. In ihnen können Beziehungen sacken, Erfahrungen reifen und neue Energie entstehen. Wer bringt neue Ideen, neue Menschen, neue Fragen hinein? Hier geht es um Offenheit, Wahrnehmung und Aufnahme. So bleibt das Netzwerk lebendig.
  • Gemeinsame Projekte ins Leben bringen. Wir sammeln Impuse und Ideen, und danach wird gemeinsam sortiert: Was ist wirklich wichtig? Wo ist Energie da? Welche Themen verbinden mehrere Menschen? So entstehen Ziele und Richtung, Handeln wird effizient. Anschließend folgt die lange Arbeitsphase: Treffen, Kooperationen, Veröffentlichungen, gegenseitige Hilfe, gemeinsame Aktionen.
  • Regelmäßig Feiern und einander würdigen. Durch die Kooperation im Netzwerk entsteht exzellente Qualität. Diese wird sichtbar durch Würdigung und Anerkennung. Was ist gelungen? Wer hat etwas getragen? Was hat Kraft gegeben? Die Erntezeit feiern gibt Kraft, nährt jede einzelne und lässt mit der Zeit eine Gemeinschaft wachsen.
  • Loslassen und Erneuern: Was brauchen die Beteiligten gerade? Rollen, Formate und Ziele können überprüft werden. Was passt noch? Was will sich verändern? Was wollen wir sein lassen? Wir geben einander Feed-Back und schauen, inwiefern die Kooperationen unseren Maßstäben gerecht wurden.

Ich nehme all meinen Mut in beide Hände und erschaffe mein Netzwerk!


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert