„Taler, Taler, Du musst wandern…“ Jede von uns hat dieses Singspiel im Kindergarten gelernt – und mit ihm den Glaubenssatz: Über Geld spricht man nicht. Denn im Kinderlied kreiselt der Taler heimlich. Immerhin kreiselt er ja. Es ist allerdings nur ein einziger, und wer dabei ertappt wird, ihn in Händen zu halten, ist raus. Über Geld spricht man nicht. Mit Geld spielt man nicht? Oder doch?

Wenn wir das Tabu jetzt brechen, werden Energien frei. Blockaden lösen sich auf, Entwicklung und Regeneration kann geschehen – wenn Geld fließt, und wenn wir den alten Glaubenssatz loslassen und üben, über unser Geld zu sprechen.
Ein schönes Symbol für den gesunden, befreiten Geldfluss ist Sterntaler – das Märchen vom Mädchen im Goldregen (Sterntaler). Sie schaut sehr empathisch auf die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen. Im Vertrauen ihrer eigenen Fülle handelt sie großherzig und schenkt ihren Mitmenschen, was diese brauchen. Da fällt das Sternengold direkt vom Himmel.und bringt Vermögen und Wohlstand für die junge Frau.
In unserem Alltag erleben wir Geld als von Menschen gemacht und von uns „hart erarbeitet“. Trotzdem ist Geld mehr als Arbeitslohn, mehr als der Gegenwert für ein Produkt. Geld ist ein Symbol, ein Code. Es geht um Wert, um Vermögen, um Anerkennung. Meine Leistung wird anerkannt, ist etwas wert. Wenn wir Geld haben, haben wir Möglichkeiten, können Risiken abfedern, können unabhängig agieren. Geld ist Beruhigungsmittel, Geld verschafft Zugang zu Zeit, zu Wahlmöglichkeiten. Grenzen verschieben sich nach weit außen. Geld bedeutet Handlungsfreiheit. Geld verschafft Macht und Status, beeinflusst die soziale Position. Tragfähige Frauenkreise wollen an dieses Thema rühren. Sie wollen Eigenmacht für jede einzelne, keine Macht über andere.

Dagobert Duck häuft in seinen Tresoren einsam unendlich viel Geld an, ohne Maß und Ziel. So macht es für uns keinen Sinn. Wir wollen kreativ sein, nach unseren Werten sinnvoll handeln, für EIN GUTES LEBEN FÜR ALLE.
Manche Frauen tauschen Geld als Energieausgleich. Andere führen Schenkrituale durch. Hier steht die einzelne Frau, stehe ICH im Fokus.
Sterntaler erzählt von einem Mädchen, das vom Universum beschenkt wird. Vermögend und reich an Wertschätzung geht es nun ins Leben, um Sinnvolles und Gutes zu tun. Sie geht nicht als Bittstellerin, sondern als eigenmächtig Handelnde.
Wenn wir unsere alten Glaubenssätze überwinden, wenn wir bedürfnisorientiert und sinnvoll handeln, fließen Wertschätzung, Eigenmacht und auch Geld zu uns – so die Botschaft.

Aber wie lösen wir die Geld-bringt-Macht-Frage in unseren Beziehungen, konkret, im direkten Umgang miteinander und mit Geld?
Wie gelingt es uns, das Symbol des Kreises in unseren Umgang mit Geld zu integrieren? Wie gelingt es uns, auf Augenhöhe miteinander zu wirtschaften? Wie können wir im Frauenkreis beziehungsförderlich mit unserem Geld umgegehen?
Hier kommt ein zweites Märchen ins Spiel: Die Geschichte vom Süßen Brei.** Märchen sind nun einmal dazu da, um aus ihnen für das praktische Leben zu lernen. In diesem Märchen braucht es erst einmal eine Wandlung – vom Mangeldenken zur Erwartung von Fülle. Wenn Frauen vertrauensvoll kooperieren – ganz besonders zwischen den Generationen, von Tochter zu Mutter zu Großmutter – entsteht dann ganz schnell ganz viel Gutes, Nährendes. Allerdings: Ohne STOP-Code geraten wir ebenso schnell in die Überforderung. Maßlose Überfülle trägt nicht dauerhaft. Die Schale als Symbol kann Bezugs- und Ordnungsrahmen sein, welcher der Fülle Halt gibt. Sie schafft somit Souveränität, eben wegen ihrer Begrenzung.

Von der Eigenmacht zur Wirkraft
Vertraust Du mir? Bekomme ich Kredit von Dir? Wer bezahlt? Gehen wir fair miteinander um? Wer schenkt, wer lädt ein, wer schuldet? Geld ist Beziehungskommunikation in Zahlenform. Der Kreis schafft für Geld einen neuen Beziehungscode. Wenn wir im Kreis agieren, können wir den alten Code umschreiben. Alle Beteiligten handeln auf Augenhöhe. Geld wird zur WIRKRAFT.

Die Idee: Wir wirtschaften gemeinsam, im Konsens – aber maßvoll und begrenzt. Wir füllen die Schale mit kleinen Beträgen von unserem eigenen Goldregen, für begrenzte, vorher im Wesentlichen vereinbarte Projekte. Und wenn sie voll ist, kann das Projekt beginnen.
Dafür braucht es Regeln, die von allen akzeptiert werden: Alle sind vom Sinn des Vorhabens überzeugt. Die Schale wird von allen gefüllt, die im Kreis dabei sind. Jede gibt soviel Geld hinein, wie sie kann und möchte. Alle Gaben sind willkommen, ob groß oder klein. Der Kreis braucht nicht zu wissen, wer wieviel hineinlegt, wichtig ist nur: Alle sind darüber informiert, wieviel Geld sich am Ende in der Schale befindet. Im Konsens wird besprochen, ob es für das Vorhaben reicht, wieviel entnommen wird und wohin das Geld geht. Und weil diese Vorgehensweise etwas Neues ist, üben wir dieses Prinzip erstmal an kleinen, übeetrschaubaren Projekten. Ein gemeinsamer Ausflug, ein gemeinsam organisierter öffentlicher Vortrag, ein Wochenendseminar. Später können auch größere Vorhaben dazukommen. Einen Verein gründen, ein Seminarhaus bewirtschaften, ein gemeinsames Wohnprojekt.

Wenn wir im Kreis der Frauen eine vertrauensvolle Beziehung zueinander schaffen wollen – und das wollen wir wirklich – dann gehört unbedingt auch der Beziehungscode Geld dazu – für gemeinsame Ziele und für sinnvolle Projekte.

Echtes Vertrauen kann nur gedeihen, wenn wir transparent agieren. Das bedeutet nicht, uns gegenseitig Geheimnisse zu erzählen – es bedeutet, im Blick auf unser gemeinsames Vorhaben, (nicht nur) finanzielle Klarheit und Offenheit zu üben.

Geld und Wertschätzung gehören zusammen. Aber Wertschätzung geschieht auch durch andere Energie als Geld allein: Annahme und Miteinbeziehen aller Beteiligten, gemeinsame Beratungen, gemeinsames Feiern. Alle, die das Projekt fördern und nähren, gehören dazu.

Qualität ist wertvoll. Geld fließt, wenn Wertvolles geschaffen wird. Unsere Produkte und Projekte streben daher die höchst mögliche Qualität an, in ständiger Verbesserung.

Geld im Fluss – wann füllt sich der Korb?
- Geld fließt, wenn „Mädchen im Goldregen“ miteinander kooperieren.
- Geld fließt, wenn alle Beteiligten Sinn in dem Vorhaben erfahren.
- Geld fließt, wenn wir in einer guten Beziehung zueinander sind.
- Geld fließt, wenn ehrlich kommuniziert wird und Transparenz da ist.
- Geld fließt, wenn Wertschätzung für alle Beiträge vorhanden ist.
- Geld flließt, wenn die Qualität der Produkte und Projekte hoch ist.
Wenn Geld fließt, können wir in Ruhe kreativ sein, können wir unsere Handlungsfähigkeit zum Wohle des Kreises ausleben. Wenn unser Geld zusammenfließt, weil wir kooperieren, wird die Handlungsfähigkeit noch wirkmächtiger. Das ist neu.
Damit haben wir wenig oder gar keine Erfahrungen. Da gibt es Einiges zu lernen. Denn – wenn Geld tatsächlich ein Beziehungscode ist – und das haben in der Verwandschaft und in der Liebesbeziehung erfahren – ist es ein Code, der durchaus auch konfliktbeladen sein kann. Deshalb ist die Vertrauensbildung so wichtig. Die beste Grundlage auf dem Weg zu unserem Ziel EIN GUTES LEBEN FÜR ALLE ist, vertrauensvolle Beziehungen zueinander aufzubauen und zu fördern. Dazu gehört, offen miteinander zu kooperieren, Konflikte aufzulösen und konkrete, hochwertige Projekte gemeinsam anzugehen. Kommen wir gemeinsam ins Tun! Flechten wir den tragfähigen Korb der Kooperation souveräner Menschen und füllen wir ihn mit unserem wertvollen Vermögen.

* Sterntaler ** Das Märchen vom Süßen Brei
Kurze Zusammenfassung:
Der Text verbindet zwei Märchen als Symbole für einen neuen, beziehungsförderlichen Umgang mit Geld im Frauenkreis. Aus „Taler, Taler, du musst wandern“ wird das Geld-Tabu sichtbar: Geld kreist heimlich, es gibt nur einen „Taler“, und wer ihn hat, wird beschämt. Dagegen steht „Sterntaler“ als Bild für befreiten Geldfluss: Großzügigkeit, Vertrauen in Fülle, Wertschätzung und Eigenmacht, die nicht „Macht über“, sondern Handlungsfreiheit und Möglichkeiten schafft.
Geld wird als Symbol und „Beziehungscode“ verstanden: Es kommuniziert Wert, Anerkennung, Sicherheit, Status und Machtfragen. Ziel ist, diesen Code im Kreis umzuschreiben: transparent, auf Augenhöhe, konsensorientiert und sinngeleitet, damit Geld zur „WIRKRAFT“ wird.
Als praktisches Modell wird eine gemeinsame „Schale“/ein Korb vorgeschlagen: Jede gibt freiwillig und nach eigenen Möglichkeiten kleine Beiträge für vorher vereinbarte Projekte. Wichtig sind klare Regeln, Konsens über Entnahmen, Transparenz über den Gesamtbetrag (ohne Offenlegung einzelner Summen), ein „Stop-Code“ gegen Überforderung (Symbol „Süßer Brei“: Fülle braucht Begrenzung), und Üben an kleinen Vorhaben, bevor größere Projekte folgen.
Geld fließt demnach, wenn Sinn, Beziehung, Ehrlichkeit, Transparenz, Wertschätzung und Qualität stimmen. Am Ende steht der Appell: Vertrauen aktiv aufbauen, Konflikte klären, gemeinsam hochwertige Projekte umsetzen, damit ein tragfähiger „Korb der Kooperation“ entsteht, gefüllt mit gemeinsamem Vermögen für „ein gutes Leben für alle“.
Schreibe einen Kommentar